Die St. Michaelskirche wurde als zweite Siegener kath. Kirche in der Zeit von 1903 bis 1906 erbaut. In dieser Zeit der Jahrhundertwende waren die Kunst und Architektur stark durch den Historismus geprägt. Besonders bei der Gestaltung sakraler Bauten bediente man sich der Bauformen der vergangenen Jahrhunderte.

Der Dortmunder Architekt Klomp, der mit der Planung und Durchführung des Kirchbaues beauftragt war, gab der St. Michaelskirche die Bauform einer dreischiffigen romanischen Basilika. Von außen besticht die Kirche durch ihr Westwerk und die beiden hohen schlanken Kirchtürme, die ihr eine städtebauliche Dominanz geben, die sich in Siegens Stadtbild auch heute noch durchsetzt.

Während des 2. Weltkrieges wurde die Kirche stark zerstört und erst langsam Zug um Zug wieder instandgesetzt. Zur Erinnerung an diese Zeit wurde der linke Flügel des Erzengel Michaels über dem Hauptportal nicht wieder restauriert.

Im Zuge der Außenrenovierung in den neunziger Jahren mußte das von Umwelteinflüssen stark angegriffene Bruchsteingemäuer verputzt werden.

Das in Bruchstein gemauerte Gebäude wird geliedert durch eine Vielzahl von Strebepfeilern, Lisenen, Fenstergewänden, Gesimsen und Halbsäulen, die dem Erbauer ein gutes Empfinden für Proportionen und romanische Baukunst bescheinigen.

Ihre Basis erhält die Kirche auf dem hängigen Gelände durch einen großzügig gestalteten Kirchplatz und die zur Talseite vorgebaute Terrasse.